Kugelschreiber-sw

Doppelzahlungen durch Ihre Kunden erhöhen die Umsatzsteuer

Jedes Jahr stellen wir wieder fest, dass einige unserer Kunden Rechnungen irrtümlich doppelt zahlen oder versehentlich zu viel überweisen. In solchen Fällen führen wir eine Rücküberweisung der Doppel- bzw. Überzahlung an den Kunden durch.

Es mag allerdings auch Situationen geben, in denen Unternehmen aus unterschiedlichen Gründen von einer Rücküberweisung absehen und auf eine Anforderung durch den Kunden warten. Im Zuge der Jahresabschlussarbeiten kommt dann meist die Frage auf, wie mit diesen Doppel- und Überzahlungen verfahren werden muss.

Buchhalterisch werden sie bei bilanzierenden Unternehmen neutral behandelt, da insoweit eine Verbindlichkeit gebucht wird. Anders sieht es bei Einnahmen-Überschussrechnern aus. Diese müssen die Doppel- und Überzahlungen als Betriebseinnahmen erfassen.

Häufig wird bei derartigen Sachverhalten allerdings die umsatzsteuerliche Erfassung vergessen. Seit einem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 19. Juli 2007 (Az. V R 11/05) ist klar, dass diese Zahlungen der Umsatzsteuer unterliegen. Begründet wird dies damit, dass der Gesamtbetrag aller Zahlungen das steuerpflichtige Entgelt nach § 10 UStG bildet. Es ist daher geboten, die Umsatzsteuer entsprechend zu melden, um so Zinsen und weitere nachteilige Konsequenzen bei Aufdeckung durch die Betriebsprüfung zu vermeiden. Wird das Geld dem Kunden zurück überwiesen, kann die Umsatzsteuer korrigiert werden, weil insoweit eine Minderung der Bemessungsgrundlage nach § 17 UStG vorliegt.

Sollte eine Rückzahlung nach Ablauf der Verjährungsfrist aus welchen Gründen auch immer nicht mehr erfolgen, kann die Verbindlichkeit in der Bilanz gegen außerordentliche Erträge erfolgswirksam ausgebucht werden. Eine nachträgliche Erhöhung der umsatzsteuerlichen Bemessungsgrundlage ist hierin nicht mehr zu sehen, da die Umsatzbesteuerung der Gesamtentgelte bereits im Jahr der tatsächlichen Zahlung erfolgte.

WP-Backgrounds Lite by InoPlugs Web Design and Juwelier Schönmann 1010 Wien